Nina Ruge

Nina Ruge

GREEN BRANDS Germany Persönlichkeit 2019

Moderatorin, Autorin und UNICEF-Botschafterin sowie Botschafterin der UN-Dekade für biologische Vielfalt.


Informationen über die Arbeit von Nina Ruge finden Sie unter https://nina-ruge.de/

„Alles wird gut“: Diese Maxime zieht sich durch das Leben von Nina Ruge – nicht nur im Fernsehen. Hier war der Sinnspruch über zehn Jahre lang ihr Markenzeichen, den sie den Zuschauern am Ende jeder „Leute heute“-Sendung im ZDF mit auf den Weg gab.

Studienrätin, Moderatorin, Autorin, UNICEF-Botschafterin, Weinbäuerin – Nina Ruge hat viele Facetten und ist viel mehr als die allseits bekannte seriöse Nachrichtenfrontfrau: ein warmherziger, neugieriger, sinnsuchender Mensch, der sich immer wieder neuen Herausforderungen stellt. Ihre Popularität setzt sie ein, um Tieren eine Stimme zu geben und Menschen eine bewusste Lebensweise und die Wirkung positiver Gedanken näher zu bringen.

Lebensfreude ist ihr Thema, Optimismus steckt ihr im Blut. Ihre Grundhaltung dem Leben gegenüber: Erkenne, was wesentlich ist. Sei präsent in der Gegenwart. Begegne Menschen ohne jede Wertung. So wird tiefe Verbundenheit möglich –mit Menschen, Tieren und der Natur.

Denn Natur- und Tierschutz prägten ihr Leben schon früh. Mit 17 Jahren entschloss sich Nina Ruge, Biologie zu studieren und erlebte an der Technischen Universität Braunschweig „eine intensive Sensibilisierung und Wissensexplosion“. Vom Vogel-Bestimmungskurs um 5 Uhr morgens über Pflanzenbestimmungs-Bücher, die sie immer bei sich trug bis hin zu Genetik, Organischer Chemie und Umweltbiologie – die junge Nina interessierte sich für alles, was Flora und Fauna zu bieten hatte. Die Neugier auf noch Unentdecktes zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. 1956 in München geboren, absolvierte sie 1974 das Abitur in Braunschweig und studierte an der dortigen Universität Biologie und Germanistik.

Als Kind war Nina Ruge schüchtern und zurückhaltend, bedacht darauf, gute Noten zu schreiben und Anerkennung dafür zu erhalten. Doch sie trug den tiefen Impuls in sich, sich stetig weiterzuentwickeln und nach neuen Herausforderungen zu suchen.

Mit 23 Jahren begann sie als Lehrerin in Wolfsburg zu arbeiten. Nur unwesentlich älter als ihre Schüler, verstand sie es schon damals, andere zu begeistern, mitzuziehen, zu gewinnen. So erforschte sie mit ihren Klassen intakte und entgleiste Ökosysteme, analysierte mit ihnen die Entstehung von Krebs oder erklärte das Immunsystem anhand des Zerstörungspotentials von HIV-Viren.

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Sieben Jahre später stieg Nina Ruge aus und verließ mit 30 Jahren den Schulbetrieb, um sich ihrer zweiten Liebe zu widmen: dem Fernsehen. Zunächst zog es sie hinter die Kamera. Als Scriptgirl und Regieassistentin lernte sie, wie man Filme macht. „Zufall und Fügung“, so sagt sie selbst, brachten sie zu RIAS-TV, dem damaligen „Rundfunk im Amerikanischen Sektor“, der Informationssendungen für West-Berlin und die DDR produzierte.

Ihr erster Filmbeitrag dort: Eine Ode an die erste Hundekotkehrmaschine Berlins. Was zunächst kurios klingt, verstand sie – damals wie später – in einen gesellschaftlich-relevanten Kontext zu setzen. Nina Ruge berichtete darüber, wie elementar gegenseitige Rücksichtnahme für die Akzeptanz von Vierbeinern in der Stadt ist und welch‘ wichtige Rolle die Verwendung von Hundekotbeuteln dabei spielt.

Doch schon bald zog es sie weiter. 1989 begann Nina Ruge als Nachrichtenmoderatorin beim „heute journal“ im ZDF. Damit wurde sie auf einen Schlag einem gesamtdeutschen Fernsehpublikum bekannt. Umweltschutz-Themen, die ihr seit jeher am Herzen lagen, durfte sie nun auch im TV weiterverfolgen.

So moderierte Ruge unter anderem Sendungen wie „Treffpunkt Natur“ aus der ZDF-Umweltredaktion oder den „TeleZoo“, wo sie mehrere Jahre über das gesamte Themen-Spektrum deutscher Tierparks berichtete.

Ihr sichtbares Engagement für Umweltschutz und das Gemeinwohl wuchs. Nina Ruge moderierte die Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises, den Tag der Insekten oder mehrere Veranstaltungen zur Nationalen Biodiversitäts-Strategie der Bundesregierung für das Bundesumweltministerium.

Sie wurde UNICEF-Botschafterin, Botschafterin des Jane-Goodall-Instituts Deutschland, Patin des Kinderhospizes Bethel, engagiert sich als Schirmherrin des „Netzwerks von und für Frauen mit Behinderung in Bayern“ und als Botschafterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes für die Belange von Menschen mit Behinderung.

Außerdem unterstützt sie die NGO „African Parks“, die einzige Nichtregierungsorganisation dieser Art in Afrika, die staatliche Naturschutzaufgaben auf dem schwarzen Kontinent übernimmt und bislang bereits 15 afrikanische Nationalparks unter eigener Verwaltung führt. Auch die Renaturierung der Ökosysteme, die Wiedererstarkung der Tierpopulationen und die Ausbildung, Aufklärung und Beschäftigung der einheimischen Bevölkerung stehen im Fokus der NGO.

Seit 2012 engagiert sich Nina Ruge auch als Botschafterin der UN-Dekade für biologische Vielfalt. Die Vereinten Nationen wollen im Jahrzehnt bis 2020 auf die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben aufmerksam machen und zu nachhaltigem Konsum anregen. Nina Ruge lebt es vor und zeigt beispielhaft, wie jeder Einzelne in seinem Kaufverhalten dazu beitragen kann, die Natur in ihrer Vielfalt zu erhalten. Neben dem sachlich-nüchternen Nachrichtengeschäft und ihrem Umweltengagement entwickelte Nina Ruge eine weitere Leidenschaft: das Schreiben. Mehr als 20 Bücher hat die umtriebige Autorin bislang verfasst. Von Sachbüchern über Fantasyromane bis hin zu Kinderbüchern reicht ihr Spektrum. Mit ihrer warmen gewinnenden Stimme liest sie außerdem regelmäßig Hörbücher ein.

Doch ihre Leidenschaft liegt bei Ratgebern. Sie kämpft gegen Selbstoptimierungssucht und Egomanie und plädiert für eine gesunde Selbstliebe und Achtsamkeit mit Mitmenschen, Tieren und der Natur.

Auch eine „Alles wird gut“-Trilogie hat Nina Ruge geschrieben. Darin hat sie die schönsten Zitate großer Dichter, Denker und Weisen gesammelt – zum Nachdenken, Träumen, Lieben und Lachen. Sind doch die schönsten Dinge des Lebens für sie keine Dinge, „sondern eine Haltung – und die führt zu gelungenen Beziehungen, Wärme, Liebe und Geborgenheit“.

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Ihren persönlichen Ruheraum hat Nina Ruge in den Bergen der Toskana gefunden. Gemeinsam mit ihrem Mann, Topmanager Wolfgang Reitzle, lebt und arbeitet sie auf ihrem eigenen Weingut in der Toskana. In den Bergen von Lucca baut sie Wein und Öl an.

Dort sitzt sie am See, meditiert, hält Gänse, Pfauen und Hühner, spaziert mit ihren beiden Schweizer Sennenhunden durch die Olivenhaine, arbeitet an ihren Büchern oder Vorträgen. Seit 15 Jahren ernährt sich Nina Ruge vegetarisch. In Italien ist sie (fast) Selbstversorgerin: selbstgezogenes Gemüse aus dem Garten und Eier ihrer eigenen Hühner stehen auf ihrem Speiseplan.

Die ehrliche Wertschätzung für die kleinen Dinge, für Mensch, Tier und Umwelt bildet eine Konstante im Leben der Tausendsasserin. Mit ihr auf dem Weingut leben zahlreiche gerettete Katzen. Nina Ruge sammelt Kröten von der Fahrbahn und Regenwürmer vom Bürgersteig. Sie unterstützt die Tierrettung München und will sich demnächst – inspiriert vom Tag der Insekten, den sie in Berlin moderierte – mit dem Insektenschutz und der Biodiversität im Weinbau auseinandersetzen.

Aus ihrem Alter macht sie keinen Hehl. Auch mit über 60 Jahren ist Nina Ruge eine schöne, starke und eindrucksvolle Frau. „Wir sind“, so sagt sie über sich und ihre Altersgenossinnen, „eine furchtlose Generation dem Älterwerden gegenüber“.

Das Altersbild hat sich, auch durch Vorbilder wie sie, gewandelt. Politik, Wirtschaft, Technologie – das sind ihre Themen bis heute. Tiefgang kann sie, auch wenn Nina Ruge zehn Jahre lang das Boulevardmagazin „Leute heute“ moderierte und sie damit für Einige auch für Leichtigkeit und Oberflächlichkeit stand.

Mit Leichtigkeit den gewichtigen Themen beikommen – diese Gabe nutzt Nina Ruge, um sich einzusetzen: „Für den Erhalt der wunderbaren, traumschönen, unendlich wertvollen biologischen Vielfalt auf unserem Planeten“. Ihr Markenzeichen: ein strahlendes Lachen und ein großes Herz. Sie lebt nachhaltig, engagiert sich, macht auf Missstände aufmerksam, regt zum Nachdenken und Handeln an.

Für ihren Einsatz für Umwelt, Natur- und Artenschutz wird Nina Ruge als GREEN BRAND Germany Persönlichkeit 2019 ausgezeichnet.